Sport-Physiotherapie Hamburg

Tennisarm



Unter der Verletzung „Tennisarm“ versteht man eine chronische überlastungsreaktion des Sehnenansatzes der Handgelenksstreckmuskulatur am Ellenbogengelenk. Die Muskeln zum Strecken des Handgelenkes setzen am Ellenbogen außen an und können bei überlastung zur Entstehung eines so genannten „Tennisarmes“ führen, welcher durch Schmerzen am Sehnenansatz der Ellenbogenaußenseite charakterisiert ist. Ursache:
Auf den Namen zurückführend, ist der Tennisarm eine typische Verletzung, die oft bei Tennisspielern auftritt. Wider Erwarten entsteht jedoch nur etwa jeder zehnte Tennisarm beim Tennisspielen selbst. Die meisten Tennisarme werden durch eher banale Tätigkeiten wie exzessives Tippen auf der Tastatur des Computers in ungünstiger Körperhaltung oder Gartenarbeit (z.B. Fegen, Harken…) hervorgerufen. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass Schmerzzustände und Beschwerden auch in Folge des so genannten „Schulter-Armsyndroms“ (von der Halswirbelsäule ausstrahlend) entstehen können, die den Symptomen des Tennisarmes sehr ähnlich sind.

Symptome:
In Bezug auf Tennisspieler, die sich den Tennisarm aufgrund der Ausführung ihres Sportes zugezogen haben, kann von Schmerzen starken Schmerzen im Bereich des äußeren Ellenbogens berichtet werden - in dem Moment, in dem sie den Tennisball mit ihrem Schläger treffen. Zusätzlich treten Schmerzen in Situationen wie dem Anheben einer Tasse oder eines Glases oder beim typischen Händedruck auf. Das Schmerzempfinden ist der einzige Hinweis auf einen Tennisarm, weil keinerlei andere Anzeichen (wie z.B. eine Rötung der Haut und eine Schwellung des Ellenbogens in Folge einer Entzündung) zu erkennen sind.

1. Hilfe-Maßnahmen:
Der Betroffene sollte die Belastung abrupt unterbinden und am ersten Tag ist eine Behandlung mit Kälte sicherlich sinnvoll. In der darauf folgenden Zeit ist eine Wärmebehandlung und gezielte Krankengymnastik zu empfehlen.

Behandlung & Therapie:
Grundsätzlich kann man sagen, dass sich der Patient auf eine Zeit der Heilung einstellen kann, die in etwa der Zeit seiner Beschwerden entspricht. Sportliche Aktivität sollte erst wieder ausgeführt werden, wenn der Patient keine Beschwerden mehr hat. Die eigene Regeneration kann durch milde Wärme, einfache Formen des Dehnens und Lockerungsübungen unterstützt werden. Wahlweise kann auch eine Bandage (die so genannte „Epikondylitisbandage“) angelegt werden. Beim Tennisarm kann auch Kinesio-Taping angewendet werden, um eine Reduktion der Schmerzen und daraus folgend eine höhere Belastbarkeit zu erzielen.

Wenn die Beschwerden nach 10-14 Tagen nicht deutlich verringert sind, kann eine Cortisoninjektion hilfreich sein – zeigt auch diese Injektion keine Wirkung, ist eine Stoßwellentherapie zu empfehlen. Hier wird der Sehnenknochenübergang mit Hilfe von hochenergetischen Schallwellen in Schwingung versetzt. Ist nach etwa 3 Monaten und den drei oben genannten konservativen Behandlungsmöglichkeiten noch immer keine Besserung zu erkennen, muss über eine operative Revision nachgedacht werden.

Gelenksbeschwerden sollten generell nicht mit Bewegungsmangel und Ruhigstellung behandelt werden, sondern mit leichter Mobilisation und Bewegung, bis die Belastung stetig gesteigert werden kann. Der „Rest“ des Körpers kann in der Phase Kraft- und Konditionstraining absolvieren. Bei Beschwerden am Ellenbogen kann durchaus Radfahren oder Joggen empfohlen werden, solange es an die Beschwerden angepasst ist. Wenn Radfahren oder Joggen möglich ist, kann die Unterarmmuskulatur auch wieder leicht angesprochen werden – z.B. durch das Kneten eines Gummiballs oder ein langsam aufbauendes Tennisschlagtraining.

Prävention:
Insbesondere ein Tennisspieler kann auf ein passendes Equipment achten – Beispiele sind hier eine optimale Griffgröße, das Gewicht und die richtige Bespannungsstärke des Tennisschlägers.

Wenn die überlastung von banalen Tätigkeiten wie der oben bereits erwähnten Gartenarbeit oder dem exzessiven Tippen auf der Computertastatur herrührt, dann ist eine ausreichende Dehn- und Kräftigungsgymnastik zu empfehlen.

Wenn die Problematik keine mechanischen Ursachen hat und die Schmerzen aus der Halswirbelsäule ausstrahlen, dann kann durch eine optimale Positionierung am Schreibtisch, eine ergonomischere Sitzhaltung und Krankengymnastik Linderung verschafft werden.





  Zurück   Zum Verletzungslexikon   Zur Hauptseite