Sport-Physiotherapie Hamburg

Muskelzerrung



Unter einer Muskelzerrung versteht man eine Gefügestörung von Muskelfasern in einem Muskel. Dabei ziehen sich vereinzelt Muskelfasern als Reaktion auf eine überlastung reflektorisch zusammen und verkrampfen. Der gesamte Muskel und die Muskelfasern selbst bleiben intakt (im Gegenvergleich dazu steht der Muskelfaserriss) und auch die umliegenden Gefäße und das umliegende Gewebe bleiben unversehrt.

Ursache:
Muskelzerrungen entstehen häufig als Folge von Über- bzw. Fehlbelastungen und treten besonders häufig in Sportarten auf, die Sprünge, schnelle Antritte und explosive Richtungswechsel beinhalten. Als Beispiele können hier besonders Basketball, Fußball, Hockey oder auch Handball genannt werden. Bei diesen akuten Belastungen wird der Muskel häufig über sein normales, physiologisches Maß gedehnt und reagiert mit einer Muskelzerrung. Die gehäufte Anfälligkeit bestimmter Muskeln für Zerrungen ist von der ausgeübten Sportart abhängig. Bei beliebten Spielsportarten, wie z.B. Fußball, Handball oder Handball, sind der Oberschenkel und die Wade sehr häufig betroffen. Im Gegensatz dazu steht z.B. das Reckturnen, bei dem Muskelzerrungen auch am Oberkörper auftreten können. Allgemein kann man sagen, dass die Muskulatur, die bei bestimmten Bewegungen besonders intensiv arbeiten muss und gefordert wird, eine große Neigung zu entstehenden Muskelzerrungen hat.

1.Hilfe-Maßnahmen:
Viele Sportler beschreiben das Gefühl der Zerrung als einen „kalten Luftzug“, der durch die geschädigte Muskulatur geht und ein anschließendes Verkrampfen des Muskels. In diesem Fall sollte die Belastung sofort unterbrochen werden, denn das weitere Ausführen des Sports kann zum Reißen von Teilen des Muskels führen (Muskelfaserriss). Anschließend sollte der Muskel gekühlt werden – hierbei ist darauf zu achten, dass es bei zu kalten Gegenständen (wie z.B. „cold packs“) direkt auf der Haut zu Erfrierungen kommen kann. Empfohlen werden hier in Eiswasser getränkte elastische Binden.

Behandlung & Therapie:
Aus Sicht der Sportphysiotherapie empfiehlt sich unmittelbar nach dem Auftreten einer Muskelzerrung ein Wechselspiel aus leichtem Bewegen, Kühlen und Dehnen, um die Verkrampfung des Muskels zu lockern. Nach 2 bis 3 Tagen kann zu milder Wärme geraten werden, um die Regenerationsprozesse in dem verletzten Muskel zu beschleunigen. Bei so einer Verletzung können Physiotherapie und Krankengymnastik den regenerativen Prozessen helfen und auch Taping im Sinne es Kinesio Tape wirken unterstützend! Wenn beim Patienten keine Schmerzen mehr vorherrschen, dann kann er nach 1 bis 2 Tagen mit leichten Bewegungsformen, z.B. mit Rad fahren oder lockerem Traben, anfangen. Zusätzlich können Medikamente, so genannte „Antiphlogistika“ (Entzündungshemmer und Abschweller), empfohlen werden, weil diese die Rückbildung eines sich möglicherweise gebildeten ödems (Gewebswassersammlung) beschleunigen können.
Die vollkommene Belastbarkeit des Patienten hängt von den jeweiligen Beschwerden ab. Wenn eine adäquate 1.Hilfe-Anwendung geleistet wurde, dann kann der Patient in der Regel nach 3 bis 5 Tagen wieder vollständig in seiner jeweiligen Sportart einsteigen und ist dann zu 100 prozentig einsatzfähig und regeneriert. Nach einer Muskelzerrung bildet sich keine Narbe, denn im Muskel ist nichts kaputt gegangen. Es handelt sich hier lediglich, wie oben beschrieben, um eine überlastungserscheinung der Muskulatur. Der jeweilige Muskel ist nach einigen Tagen so belastbar und widerstandsfähig wie vorher. Häufiges und wiederholtes Auftreten von Muskelzerrungen in denselben Muskeln oder Muskelbereichen hängt oft mit einer grundlegenden Erkrankung des Patienten zusammen, die erstmals banal erscheinen und nicht in Zusammenhang mit Muskelzerrungen stehen. Ein Beispiel hier sind oftmals chronische Infekte. Es gilt bei überdurchschnittlich häufig auftretenden Muskelzerrungen zu prüfen, ob chronische Erkrankungen vorliegen und sich diese auf muskulärer Ebene beim Patienten auswirken.





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