Sport-Physiotherapie Hamburg

Bänderriss



Ursache:
Wenn sich die beiden Gelenkflächen eines Gelenkes kurzzeitig gegeneinander verschieben und umliegende Gelenkstrukturen verletzt werden, dann spricht man von einer Bänderdehnung oder von einer Verstauchung (z.B. am Sprunggelenk des Fußes). Wenn der Fuß durch äußere Gewalteinwirkung oder durch unkoordiniertes Auftreten einwärts dreht und über den Außenfuß wegknickt, dann können dabei die umliegenden Gelenkstrukturen soweit verletzt werden, dass sogar Bänder, Sehnen oder die Gelenkkapsel reißen können. Wenn die Bänder bei diesem Vorgang reißen, spricht man von einem lateralen Bänderriss am oberen Sprunggelenk. Wie auch Bänderdehnungen/Verstauchungen treten Bänderrisse am häufigsten am Sprunggelenk des Fußes auf. Aber auch das Kniegelenk ist sehr anfällig für Band-, Sehnen- oder Kapselverletzungen.

Bänderrisse kommen gehäuft in Spielsportarten vor, weil sie durch die abrupten Bewegungsformen und Attacken der Gegenspieler ein besonders hohes Verletzungsrisiko bergen.

Im Moment des Bänderrisses wird oft ein akuter und starken Schmerz (z.B. am Sprunggelenk) beschrieben. Dem folgt zeitnah eine sehr starke Schwellung mit einer Hämatombildung (Bluterguss). Dem Betroffenen wird empfohlen schnell einen Arzt aufzusuchen, damit abgeklärt werden kann, welche Strukturen in welchem Maße verletzt worden sind.

1. Hilfe-Maßnahmen:
Bei einem Bänderriss hat sich das so genannte PECH- Schema bewährt.
P= Pause
E= Eis
C= Compression
H= Hochlagern

Die Belastung sollte sofort unterbrochen und das betroffene Gelenk in der Folgezeit geschont werden. Am besten wäre anschließend ein in Eiswasser getränktes Tuch, welches zur Kühlung um das Gelenk gewickelt wird. Dies soll das Zusammenziehen der Blutgefäße fördern und die weitere Einblutung in das Gewebe reduzieren. Dies wird durch die Kompression eines Verbandes (oder ähnliches) unterstützt. Abschließend soll das Hochlagern des Gelenkes die 1. Hilfe-Maßnahmen abrunden.

Behandlung & Therapie:
Ein gerissenes Band (z.B. am Sprunggelenk) braucht in etwa 6 Wochen, um richtig auszuheilen. Es wird empfohlen das Gelenk in dieser Zeitspanne kaum zu belasten. Es sollte aber darauf geachtet werden, weiterhin „normal“ zu gehen, damit keine Schonhaltung eingenommen wird, die zu Folgekomplikationen führen könnte. Tapeverbände sind gerade in dieser Zeit sehr sinnvoll, weil sie die normale „Auf- und Abbewegung“ des Fußes unterstützen und das Gelenk an den Seiten zusätzlich stabilisieren. Zusätzlich ist die Einnahme von Antiphlogistika ratsam, weil sie die Entzündung im Gelenk hemmt und das Abschwellen begünstigt. Maßnahmen durch eine fachspezifische Praxis für Sportphysiotherapie und die damit verbundene Betreuung des Betroffenen und seiner Verletzung sind für einen optimalen Heilungsverlauf wichtig.

Am wichtigsten sind begleitende Maßnahmen, wie Manuelle Lymphdrainage in der Anfangsphase. Die Lymphdrainage mindert die Schwellung, reduziert den Spannungszustand und wirkt schmerzmindernd. Weiter sollte mit begleitender Krankengymnastik versucht werden die Beweglichkeit zu verbessern und funktionelle Übungen für den Alltag sowie später für den entsprechenden Sport zu schulen. Krankengymnastische Interventionen beschleunigen die Heilung und Regeneration des Bänderrisses. Entsprechendes Training durch Krankengymnastik am Gerät (KG-Gerät), Stabilisations- und Koordinationstraining hilft die Koordination zu schulen und den Muskel-Band-Apparat wieder zu stabilisieren.

Prävention:
Der äußeren Gewalteinwirkung von Gegenspielern gerade in Spielsportarten kann man nicht entgegenwirken. Es ist ein vielseitiges und ausgeprägtes koordinatives Training zu empfehlen. Bewegungsformen sind hier beispielsweise Seilspringen oder übungen auf Wackelbrettern, Gymnastikkreiseln oder auch sportartspezifisches Geschicklichkeitstraining. Zusätzlich sollte auf eine gute Fitness gekoppelt mit einer guten muskulären Gelenksführung geachtet werden.





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