SportPhysiotherapie Hamburg

Bänderdehnung (Verstauchung)



Unter einer Bänderdehnung versteht man die pathologische, kurzzeitige Verschiebung beider Gelenkflächen gegeneinander. In Folge dessen werden umliegende Gelenkstrukturen teilweise beschädigt. Im Volksmund wird die Bänderdehnung des Sprunggelenkes als „Umknicken“ bezeichnet.

Bänderdehnungen/Verstauchungen treten besonders häufig an den Sprunggelenken der Füße auf. Aber auch die Kniegelenke sind besonders anfällig für Band-, Sehnen- und Kapselverletzungen. Als Beispiel kann auch das alpine Skifahren genannt werden, denn hier treten Verstauchungen des Daumensattelgelenkes (auch bekannt als der so genannte „Skidaumen“) oft auf.

Ursache:
Durch unkoordiniertes Auftreten oder durch äußere Gewalteinwirkung kommt es zu einer über das normale Maß hinaus gehenden Einwärtsdrehung des Fußes. Der Betroffene knickt oft über den Außenfuß weg und daraus folgt, dass die äußeren Bänder und Sehnen und die Gelenkkapsel verletzt werden. Die Bänder sind dann überdehnt oder gezerrt – man nennt dies Verstauchung oder auch Distorsion.

Ein besonders hohes Verstauchungsrisiko bergen Spielsportarten, weil man gegen die Attacken der Gegenspieler oft nicht richtig gerüstet ist und die vielen abrupten Bewegungen in den Sportarten dazu führen, dass der Fuß oder das Knie „verdreht“ werden. Hinzu kommen beispielsweise noch stumpfe Hallenböden (beim Hockey, Tennis oder Handball) oder unebene Spieloberflächen (beim Fußball), die Verstauchungen begünstigen.

Die Betroffenen verspüren im Moment der Bänderdehnung/Verstauchung oft einen akuten, starken Schmerz. Häufig kommt es unmittelbar nach der Verletzung zu einer Schwellung. Bei einer sehr starken Schwellung mit Bluterguss (Hämatom) sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, um abklären zu lassen, welche umliegenden Strukturen in welchem Maß verletzt wurden.

1. Hilfe-Maßnahmen:
Auch hier hat sich das so genannte PECH-Schema bewährt:

P= Pause
E= Eis
C= Compression
H= Hochlagern


Zunächst sollte die Belastung unterbrochen werden und das Gelenk in der Folgezeit geschont werden. Das betroffene Gelenk muss schnell gekühlt werden, um das Zusammenziehen der Blutgefäße zu fördern und das weitere Austreten des Blutes in das umliegende Gewebe zu verhindern. Dies soll die Kompression (beispielsweise durch einen Verband) zusätzlich unterstützen. Abschließend sollte das betroffene Gelenk hochgelagert werden.

Behandlung & Therapie:
Wenn sich bei der Bänderdehnung/Verstauchung anschließend kein Hämatom gebildet hat, dann kann der Trainingsaufbau von den Beschwerden des Betroffenen abhängig gemacht werden. Man kann dem Betroffenen am Anfang einen Tape-Verband anlegen, um das Gelenk teilweise ruhigzustellen und dem Betroffenen ein Sicherheitsgefühl zu geben. Wenn die Beschwerden vollkommen verschwunden sind, kann man mit koordinativem Training und Laufen schon nach ein paar Tagen beginnen. Kinesio Taping kann als begleitendes Taping verwendet werden.

Krankengymnastik ist sehr wichtig, weil die Beweglichkeit des Gelenkes schnell wiederhergestellt werden kann und der Heilungsprozess somit beschleunigt wird. Mit Krankengymnastik am Gerät werden koordinative Bewegungsabläufe trainiert und die umgebende Muskulatur zur Stabilisierung aufgebaut. Da beispielsweise bei Sprunggelenken die Bandstrukturen direkt unter der Haut liegen, empfiehlt es sich zusätzlich Salben anzuwenden, weil diese einen gewissen Effekt haben können.

Tape:
Das Anwenden von Tape ist im Zusammenhang mit Bänderdehnungen/Verstauchungen am Beispiel des Sprunggelenkes sinnvoll. Wenn die Beschwerden weit zurückgegangen sind und der Heilungsprozess nicht mehr gestört werden kann, dann kann Tape in Form eines Tapeverbandes viele Bewegungen und Belastungen im Gelenk reduzieren und dem Betroffenen ein zusätzliches Sicherheitsgefühl geben. Es ist eine Art „übergangsunterstützung“. Je nach Form und Zeitpunkt der Verstauchung ist das klassische Taping oder Kinesio Taping als Unterstützung anzuwenden.

Prävention:
Die Attacken der Gegenspieler in unterschiedlichsten Sportarten sind nicht zu verhindern. Dennoch kann man Bänderdehnungen/ Verstauchungen mit vielseitigem koordinativem und propriozeptiven Training verhindern oder dem zumindest selbst erfolgreich entgegenwirken. Beispiele sind hier übungen auf Wackelbrettern oder Gymnastikkreiseln, Seilspringen oder auch sportartspezifisches Geschicklichkeitstraining. Zusätzlich empfiehlt sich eine gute Fitness und eine ausgeprägte muskuläre Führung der Gelenke.






  Zurück   Zum Verletzungslexikon   Zur Hauptseite